Wird der Sonderbucher Radweg nun zur Kreisstraße?

Der Herbst ist fühlbar angebrochen. Die Entscheidung naht. Laut der Beschlussvorlage der Kreistagssitzung soll nach Abschluss der Vorplanungen im Herbst 2021 ein Beschluss über die zu planende Variante getroffen werden.

Wir sind die Menschen, über die dann entschieden wird.

Zu jedem fühlenden und empathischen Wesen gehört seine ihm entsprechende Umwelt. Die Welt, die es umgibt, mit der es sich in fortschreitender Entwicklung verbindet.

Kann es sich mit  dieser es umgebenden Welt nicht verbinden, ist es in seiner Entwicklung gestört. Und es wird krank.

Zum Wesen Mensch gehört ebenfalls die Umgebung. Sein Wohn- und Lebensraum. Zum einen mehr, als zum anderen. Doch alle haben wir eine ursprüngliche Sehnsucht nach der Natur, der wir entspringen, gemein!

Mit der Feldflur, den natürlich entstandenen Straßen, den Obstbaumwiesen, dem Duft nach Leben und Lebendigkeit, den umgrenzenden Waldstücken, verbinden wir uns. Frei nach Humboldt, so viel Welt als möglich zu ergreifen, um sich damit zu verbinden können wir diese Verbindung als Grundlage eines gelingenden Lebens ansehen. Diese Verbindung ist unser Lebensquell.
Um hinaus zukommen in unsere Umwelt und auch um zueinander zu gelangen, erwachsen Pfade, Wege und Straßen auf natürliche Art und Weise. Von Alters her geschaffen von den Menschen vor Ort, um den alltäglichen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Wir die wir hier leben und diese bestehenden Straßen bewohnen und beleben, möchten dass alles so bleibt wie wir uns in es verliebt haben. Und wenn es sich ändern sollte, dann ausgehend von den Bedürfnissen der Menschen hier vor Ort.

Seit den Kreisstraßenplanungen des Landratsamtes denken wir leider auch ein wenig in Kategorien. Also heißt es nun,

Kategorie Mensch:

Für wen sind diese Straßen?

Wir befahren diese Straßen. – Mit Autos rücksichtsvoll, mit Kutschen vorsichtig, mit Fahrrädern und Inlineskates jede noch so kleine Unebenheit erspürend.

Wir rennen, reiten, spielen, spazieren, flanieren auf unseren Straßen. Wir verweilen mitunter beim Gehen, beim Treffen lieber Freunde oder entfernter Bekannten. Ein Witz, eine Erzählung später dann gehen wir weiter und entdecken neue Ideen, welche wir morgen gleich verwirklichen wollen. Wir lieben und leben auf unseren Straßen.

Dies ist unsere Umgebung!

Und des Abends dann, sitzen oder liegen wir auch mal auf diesen unseren Straßen. Ja das können wir hier tun! Denn es sind saubere Straßen. Niemand spuckt darauf, wie dies in städtischerem Umfeld leider eher zu beobachten ist. Es gibt kaum Abgasschmutz und sie sind vor allem in kühlen Sommernächten angenehm aufgeheizt vom Sonnenlicht des Tages. Und dann bestaunen wir wieder die Sterne. Und die Milchstraße von einer unseren Straßen aus.

Und nun kommen welche. Andere, die nie auf diesen Straßen gerannt, spaziert, gewandert, flaniert sind. Nie auch nur einen baren Fuß auf ein Stück Straße unserer Heimat gewagt haben. Andere, die nie dort gelegen sind um die Dunkelheit und Stille zu genießen und die Sterne zu bestaunen. Nie die Wärme des Sommertags in der Nacht zu spüren. Um uns zu sagen: Geht. Geht einfach.

Rennt, reitet, spielt, spaziert, flaniert woanders. Trefft eure Freunde nicht hier. Kein Witz, keine charmante Erzählung aus dem Mund des alten noch verbliebenen Freundes über den längst verstorbenen Großvater mehr.
Keine Erinnerung. Kein Leben.
Dafür anonymer Höchstgeschwindigkeits-Fremdenverkehr.
Autos, die geschwindig und messerscharf unsere heimatliche Verbundenheit durchtrennen.

Es heißt dann:
Sucht woanders Heimat.
Sucht woanders Verbundenheit.
Sucht woanders Freunde.

Facebook.

Instagram.

irgendwo…

nirgendwo.